Medienmitteilungen 04.09.2026
Digitalisierung in Graubünden: einiges erreicht, noch vieles zu tun
Wie gut hat die Bündner Wirtschaft den digitalen Wandel bewältigt, und wo liegen die grössten Herausforderungen? Diese Fragen stehen im Zentrum eines Interviews, das im Wirtschaftsmagazin «Bündner Gewerbe» (Nr. 4/2026) erschienen ist. Darin blicken Jan Koch und Jon Erni, Präsident des Vereins GRdigital, auf die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre zurück.
Als grössten Schub der ersten Digitalisierungsjahre nennt Jan Koch die Prozessautomatisierung – den Weg von der Zettelwirtschaft hin zu datenhaltenden Systemen. Jon Erni hebt den Einzug der sozialen Medien und die Auflösung von zeitlichen und örtlichen Grenzen hervor, die Kommunikation und Arbeitswelt grundlegend verändert haben. Beide sind sich einig, dass Tempo und Erwartungshaltung der Kundinnen und Kunden markant gestiegen sind.
Als Schlüssel für die weitere Transformation sehen die beiden datenzentrische Geschäftsmodelle: Erst wer seine Daten verbindet statt in Silos hält, kann das Potenzial der Digitalisierung – und der Künstlichen Intelligenz – ausschöpfen. Das gelte auch für kleine Betriebe, sofern sie ihre Daten gezielt nutzen und Nischen besetzen.
Beim Stand in Graubünden fällt das Fazit differenziert aus: Auf der operativen Ebene arbeiten die Bündner KMU laut den beiden Experten pragmatisch und effizient. Beim anspruchsvolleren, disruptiven Einsatz von KI bestehe hingegen noch Nachholbedarf – nicht zuletzt, weil Graubünden von eher wertschöpfungsschwachen Branchen wie Tourismus und Bau geprägt ist. Befähigung gelinge weniger über eine breite Ausbildungsoffensive als über kurze, anwendungsnahe Schulungen mit konkretem Nutzen.
Einen Bezug stellen die beiden auch zu GRdigital her: Vor sieben Jahren stellte der Grosse Rat für eine Digitalisierungsoffensive 40 Millionen Franken bereit. Das entsprechende Gesetz ist bis 2030 befristet, rund 20 Prozent der Mittel sind in den kommenden gut drei Jahren noch zu verteilen. Neu will GRdigital verstärkt selbst Themen lancieren und Projekte ausschreiben, um die Hürde für KMU – die hälftige Finanzierung mit Eigenmitteln – zu senken und so einen stärkeren Effekt für die Bündner Wirtschaft zu erzielen.
Zu den Interviewpartnern
Jan Koch verbindet einen technischen und einen unternehmerischen Hintergrund: Er absolvierte eine Lehre als Informatiker, studierte Wirtschaftsinformatik und war lange Miteigentümer einer IT-Firma, bevor er in die Geschäftsleitung der Luzi Gerüste AG wechselte. Als Grossrat im Kanton Graubünden setzt er sich für digitale Themen ein; zudem ist er BGV-Vizepräsident, Präsident der ibW Höheren Fachschule Südostschweiz sowie Präsident der Verwaltungskommission der Gebäudeversicherung des Kantons Graubünden.
Jon Erni ist Elektroingenieur ETH Zürich und verfügt über langjährige Führungserfahrung in der Telekommunikations- und IT-Branche, unter anderem bei Alcatel-Lucent, Sunrise und Microsoft Schweiz. Mit miaEngiadina engagiert er sich seit Jahren dafür, die Digitalisierung als Chance für den ländlichen Raum zu nutzen. Er ist Präsident des Vereins GRdigital | graubünden digital.
Weitere Informationen:
Das vollständige Interview ist im «Bündner Gewerbe» Nr. 4/2026 erschienen.
Kontakt für Rückfragen:
Marcel Meyer
Geschäftsführer GRdigital
081 250 69 11
marcel@grdigital.digital]