Medienmitteilungen 22.10.2026
GRdigital-Geschäftsführer Marcel Meyer im Interview über Künstliche Intelligenz im Tourismus
Marcel Meyer, Geschäftsführer von GRdigital, hat der Digicomp Academy ein Interview über Künstliche Intelligenz im Tourismus gegeben. Meyer ist im Nebenamt als Dozent an der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz tätig und wurde 2026 als «Digital Shaper» ausgezeichnet.
Im Gespräch beschreibt er, wie KI den Tourismus auf mehreren Ebenen verändert. Gäste fragen zunehmend direkt eine KI nach Antworten, statt sich durch Suchergebnisse zu klicken. Buchungen werden in Sprachmodelle wie ChatGPT integriert, und Websites fungieren stärker als Datenhub denn als Hochglanzbroschüre. Für die Organisationen selbst sieht Meyer vor allem eine Chance bei der Kapazität, weil sich mit KI Engpässe abdecken lassen.
«KI ersetzt nicht das Erlebnis, sie ersetzt den Weg dorthin», sagt Marcel Meyer. Der Tourismus lebe weiterhin von den Bergen, dem Schnee und dem gemeinsamen Abendessen.
Ob die KI-gestützte Reiseplanung Chance oder Risiko sei, beantwortet Meyer mit «beides». Künstliche Intelligenz treffe eine Vorauswahl, noch bevor Gäste eine Website gesehen hätten. Wer darin nicht vorkomme, habe das Nachsehen. Die Chance liege darin, dass diese Vorauswahl auf einem klaren Thema und sauberen Daten beruhe. Damit entscheide nicht mehr die Höhe des Marketingbudgets über die Sichtbarkeit, sondern die Auffindbarkeit eines Betriebs. Zusätzliches Differenzierungspotenzial sieht Meyer in der Gamification, die das Erlebnis vor Ort individuell und günstig gestalten könne.
Der Mensch bleibe dabei wichtiger denn je, nur an anderer Stelle. Meyer vergleicht KI mit einer Karte, die Routen, Höhenmeter und Wetter liefert. Den Bergführer buche man trotzdem, weil dieser wisse, wo die Karte falsch liegen könne. Die Planung geschehe digital, das Erlebnis bleibe analog. Gäste seien dank Sprachmodellen besser vorbereitet und erwarteten entsprechend mehr vor Ort. KI solle deshalb die Administration übernehmen, nicht den Gästekontakt.
Grossen Wert legt Meyer auf kontinuierliches Lernen. «Lernen ist die einzige Fähigkeit, die nie veraltet», sagt er. Prompting-Wissen von vor einem Jahr sei heute zur Hälfte überholt. Die grösste Hürde im Umgang mit KI sieht er nicht in der Technik, sondern im fehlenden Wissen über Lösungen, in der Datenqualität und in der Integration in bestehende Abläufe. Weiterbildung solle nicht neben, sondern im Daily Business stattfinden, etwa durch die tägliche Nutzung von KI und den Austausch im Team.
Weitere Informationen
Das vollständige Interview bei der Digicomp Academy findest du hier.
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